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Newsletter 02/2008

Aktuelles vom Rettungsnetz Wildkatze


Inhalt:

Verein RhönNatur e.V. neuer Partner im Rettungsnetz Wildkatze

Forstchefkonferenz der Länder beschließt Unterstützung des „Rettungsnetz Wildkatze“

Hessen prüft Integration des Wildkatzenwegeplans in landesweites Biotopverbundkonzept

Nachahmen erwünscht: Wildkatzenläufe in Thüringen und Hessen

Wissenswertes zur Wildkatze: Fortpflanzung und Sozialverhalten

Terminankündigung: Wildkatzenexkursion im Hainich am 6. September


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Liebe Freunde der Wildkatze,

vielleicht haben sie ja bemerkt, dass auf der Wildkatzen-Internetseite schon längere Zeit keine Aktualisierung mehr vorgenommen wurde. Derzeit wird die Seite auf ein neues, bedienerfreundlicheres Redaktionssystem umgestellt. Bitte haben Sie also noch etwas Geduld. Viele Inhalte sind zwar inzwischen übertragen worden, aber es wird noch etwas dauern, bis die Umstellung abgeschlossen ist.

Im Mai und Juni fanden im thüringischen Mihla bei Eisenach sowie im nordhessischen Frohnhausen/Battenberg zwei Wildkatzen-Laufveranstaltungen statt. Beide Läufe waren gut besucht und die Resonanz der Teilnehmer durchweg positiv.

Es hat sich wieder einmal gezeigt, dass die Kombination von Sport und Naturschutz gut geeignet ist, um neue Zielgruppen zu erreichen und gewinnen. Wir würden uns freuen, wenn diese Beispiele zum Nachahmen in anderen Regionen anregen würden!

Aus Erfurt und dem Hainich grüßen herzlich

Sabine Jantschke und Thomas Mölich
vom Rettungsnetz für die Wildkatze beim BUND Thüringen

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Willkommen im Rettungsnetz für die Wildkatze!
Verein RhönNatur e.V. neuer Partner im Rettungsnetz Wildkatze.

Im Jahr 2007 konnte das Vorkommen der Wildkatze im Biosphärenreservat Rhön durch Lockstocknachweise im Rahmen des BUND-Projektes „Rettungsnetz für die Wildkatze“ erstmals seit Jahrzehnten wieder sicher bestätigt werden. Neben den Untersuchungen zum Vorkommen der Wildkatze in der Rhön zeigten auch Diplomarbeiten, die die Zoologische Gesellschaft Frankfurt (ZGF) begleitete, die Eignung der Rhön als Habitat bzw. als Wanderkorridor für Wildkatze und Luchs. Auch im Rahmen des BUND - Wildkatzenwegeplans kommt der Rhön eine wichtige Rolle als Drehscheibe des Waldbiotopverbundes in Mitteldeutschland zu.

Vor diesem Hintergrund engagiert sich der im Januar 2007 gegründete Verein RhönNatur e.V. gemeinsam mit der ZGF und der Allianz Umweltstiftung seit 2008 für den Schutz der Wildkatze und ihrer Lebensräume speziell in der Rhön. Das Projekt hat eine Laufzeit von zunächst drei Jahren und wird in enger Abstimmung mit dem BUND, bzw. dem BN Bayern und den Verwaltungsstellen des Biosphärenreservates in Bayern, Hessen und Thüringen umgesetzt.

Zu den Zielen dieses Projekts gehören
- die fortgeführte Erfassung der Verbreitung von Wildkatzen in der Rhön
- biotopverbessernde Maßnahmen im Wald und im Offenland, etwa die Anlage von Biotopverbundstrukturen wie Hecken oder Feldgehölzen, naturnahe Gestaltung von Waldrändern und Wäldern
- regional ein breites Informationsangebot rund um die Wildkatze zu schaffen und den Informationsaustausch zum Thema Wildkatze zu fördern.

Kontakt: Matthias Metzger, metzger@rhoen-im-fluss.de

 

Forstchefkonferenz der Länder beschließt Unterstützung des „Rettungsnetz Wildkatze“

Die Leiter der obersten Forstbehörden der Bundesländer und des Bundes haben im Rahmen der Konferenz der BUND- und Länder-Arbeitsgemeinschaft Forst am 8. Mai 2008 im Gramschatzer Wald (Unterfranken) den Beschluss gefasst, das Rettungsnetz für die Wildkatze bundesweit zu unterstützen.

Dafür und für die auch bisher schon enge und langjährige gute Zusammenarbeit mit vielen Forstbehörden und Schutzgebietverwaltungen, etwa im Spessart, in der Rhön, im Thüringer Wald oder im Hainich, möchten wir uns an dieser Stelle herzlich bedanken.

 

Hessen prüft Integration des Wildkatzenwegeplans in landesweites Biotopverbundkonzept

In Hessen wurden alle digitalen Daten des BUND - Wildkatzenwegeplanes der Landesverwaltung kostenlos zur Verfügung gestellt.
Naturschutzbehörden verschiedener Regionen Hessens haben den Plan bereits ausdrücklich begrüßt. Die Oberste Naturschutzbehörde und die oberste Landesplanungsbehörde prüfen derzeit, inwieweit der Wildkatzenwegeplan in ein Konzept für ein hessisches Biotopverbundsystem übernommen werden kann.

 

Nachahmen erwünscht: Wildkatzenläufe in Thüringen und Hessen

Im September 2006 veranstaltete der BUND erstmals den „Lebenslauf für die Wildkatze“, um auf den geplanten und mittlerweile teilweise umgesetzten Korridor zwischen Hainich und Thüringer Wald aufmerksam zu machen.

Im Mai dieses Jahres wurde „Running Wild“ in Mihla am Hainich neu aufgelegt. Diesmal war der Landessportbund zusammen mit dem SV Mihla hauptverantwortlich für die Organisation und hat eine durchweg gelungene Veranstaltung „auf die Beine gestellt“.
Etwa 450 Wanderer, Walkern und Läufer nahmen an der Veranstaltung teil. Bob-Olympiasiegerin Anja Schneiderheinze hatte für den Lauf die Schirmherrschaft übernommen.

Auch der BUND Kreisverband Waldeck-Frankenberg in Hessen hat – nur eine Woche später, am 7. Juni - nach thüringischem Vorbild eine Laufveranstaltung in Battenberg/Frohnhausen organisiert, um dort das Wildkatzenprojekt bekannt zu machen. In Nordhessen setzen sich die Naturschützer für einen Lückenschluss zwischen Rothaargebirge und Kellerwald ein. Ein Abschnitt des im hessischen Wildkatzenwegeplan vorgeschlagenen Korridors wurde daher zur Laufstrecke (22 km) ernannt. 220 Läufer begaben sich auf die Reise und erreichten etwas später müde, aber zufrieden das Ziel am Sportplatz Frohnhausen.

Kurzberichte mit Bildern über beide Wildkatzenläufe werden übrigens in Kürze auf der neuen Internetseite zu finden sein.

 

Wissenswertes zur Wildkatze: Fortpflanzung und Sozialverhalten

Die Paarungszeit oder Ranzzeit der Katzen findet unter anderem auch abhängig von der geografischen Lage von Januar bis März statt. Besonders die jungen Kater unternehmen zum Teil ausgedehnte Wanderungen, bis sie eine passende Partnerin entdecken. Im Revier der weiblichen Katze finden sich dann oftmals mehrere rivalisierende Kater (in der Jägersprache auch „Kuder“ genannt) ein und kämpfen lautstark um ihre Gunst. Kater und Katze rufen sich gegenseitig mit rauen, ein wenig schauerlich klingenden Stimmen.
Nach 63 bis 69 Tagen Tragzeit bringt das Weibchen normalerweise zwischen April und Mai ihre meist zwei bis vier Jungen zur Welt, oft in einer Baumhöhle, wo sie vor Wind, Wetter und Beutegreifern recht gut geschützt sind. Die Jungen sind zwar schon behaart, kommen aber blind auf die Welt und öffnen nach etwa 10 Tagen die Augen. Sie werden bis zu 4 Monate lang gesäugt, obwohl sie schon im Alter von sechs Wochen alles fressen, was die Mutter ihnen bringt. Junge Wildkatzen entwickeln sich sehr schnell und brauchen daher viel Nahrung – für die Mutter ein kräftezehrendes Geschäft. Mit etwa zehn bis zwölf Wochen folgen sie das erste Mal der Mutter auf die Jagd. Mit sechs Monaten sind die Jungen selbstständig, gegen Ende des ersten Jahres werden sie geschlechtsreif - weibliche Katzen zum Teil sogar schon mit sieben Monaten. Ausgewachsen sind sie aber erst mit etwa zwei Jahren. Sollte der erste Wurf in freier Natur nicht überleben, kann es später im Jahr zu einem zweiten Wurf kommen, der allerdings weit schlechtere Überlebenschancen hat.
Über das Sozialverhalten der Wildkatze ist wenig bekannt, wenn auch Beobachtungen, insbesondere aus Gehegehaltungen, zeigen, dass Wildkatzen über ein hochentwickeltes Sozialverhalten verfügen.
Das wirkt auf den ersten Blick erstaunlich, weil sie in der freien Natur eher als Einzelgänger leben. Normalerweise werden Artgenossen im Revier nicht geduldet. Nur selten wurde gesehen, dass Wildkatzen paarweise auftreten (vermutlich Mutter mit Jungtier). Allerdings überlappen sich die Reviere oftmals und es kommt sogar vor, dass zwei Katzen dasselbe Versteck benutzen. Hier kann man allerdings meist von einer engen Verwandtschaft zwischen den Tieren ausgehen.

 

Termine:

6. September 2008 : Geführte Wanderung entlang des Nationalparkwanderweges „Wildkatzenpfad“ im Rahmen der Veranstaltungsreihe "BUND-Tour zur Vielfalt in Thüringen".

Treffpunkt und Uhrzeit: Parkplatz Hütscheroda am Nationalpark Hainich, nahe Herrenhaus, 10:00 bis ca. 12:30 Uhr.