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Newsletter 01/2008

 

Rundbrief 1/2008

 

Inhalt:

Deutschlandweite Wildkatzenkampagne

Zum Zweiten und zum Dritten:
Running Wild – Der Lebenslauf für die Wildkatze kommt zurück

"Verbinden, was zusammen gehört"

Wissenswertes zur Wildkatze: Aussehen

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Liebe Freunde der Wildkatze,

vom 19. bis 30. Mai 2008 findet in Bonn die 9. Vertragsstaatenkonferenz des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (Convention on Biological Diversity, CBD) statt, kurz: die Naturschutzkonferenz der Vereinten Nationen.
Natürlich wird hier auch der BUND seine Stimme in die Waagschale werfen und außerdem am Rande der Veranstaltung einige seiner Naturschutzprojekte, darunter auch das Rettungsnetz für die Wildkatze, vorstellen.
Schaut man auf Deutschlands ureigenes Naturerbe und besonderes Verantwortungsfeld im globalen Arten- und Naturschutz – den Lebensraum des Buchenmischwaldes – so gibt es nichts zu beschönigen. Auf ganzen 0,11 % der Landfläche dürfen die letzten Reste heimischer Urwälder, wie auch Wildkatzen sie lieben, sich frei entwickeln. Nur hier darf die Natur Natur sein, ganz so, wie wir es uns mit Blick auf die tropischen Regenwälder im großen Maßstab so gern wünschen.
Etwa genau so viel Fläche, ca. 40.000 ha, wird in Deutschland übrigens Jahr für Jahr für die Erschließung von Verkehrs-, Siedlungs- und Gewerbeflächen überbaut.

Das wird uns nicht davon abhalten, weiterhin mit Ihrer und der Hilfe der Wildkatze an der Vernetzung von Waldlebensräumen zu arbeiten, im Gegenteil!


Aus Erfurt und dem Hainich grüßen herzlich

Sabine Jantschke und Thomas Mölich
vom Rettungsnetz für die Wildkatze beim BUND Thüringen

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Deutschlandweite Wildkatzenkampagne

Einige von Ihnen werden es hoffentlich bemerkt haben: Der BUND macht auf Plakaten und in Anzeigen auf die Wildkatze aufmerksam und wirbt seit Jahresbeginn bundesweit um Spenden und weitere Akzeptanz für sein „Rettungsnetz Wildkatze“.
Die Plakate ( "Ausgerechnet Mäuse können die WiIdkatze retten – und zwar Ihre!") und nähere Informationen zur Kampagne gibt es unter www.bund.net/wildkatze .
Neben zahlreichen Beiträgen in vielen Zeitschriften, aktuell in der Maiausgabe von National Geographic World, berichteten anlässlich des "Tag der Artenvielfalt" im März auch die "heute" – Nachrichten mehrmals über das Rettungsnetz Wildkatze.


Zum Zweiten und zum Dritten:
Running Wild – Der Lebenslauf für die Wildkatze kommt zurück


Nach 2006 findet der Lebenslauf für die Wildkatze 2008 gleich zweimal statt – in Thüringen und in Hessen.

In Thüringen ist der diesjährige Wildkatzenlauf am 31. Mai in Mihla am Hainich ein gemeinsames Projekt des Thüringer Landessportbundes und des BUND Thüringen. Eingebettet ist der Lebenslauf für die Wildkatze in den 14. Hainichlauf des Sportvereins Mihla an der Werra.
Es werden drei Hauptläufe à 21, 13 und 6 km Länge angeboten. Auch Walker und Wanderer können teilnehmen und sich zwischen 21 und 13 km Distanz entscheiden. Für Kinder gibt es die Möglichkeit bei Läufen von 300 oder 900 m Länge mitzumachen.
Bereits um 12.00 Uhr startet ein Fest mit moderiertem Bühnenprogramm und Prominenten aus Sport, Politik und Naturschutz, ein Kinderfest mit Wildkatzenschminken, Hüpfburg und Kletterwand sowie ein Erlebnismarkt mit regional und ökologisch erzeugten Produkten.
Anmeldung und Informationen unter www.hainichlauf.sportident.de.
Den Veranstaltungsflyer kann man auf der Internetseite www.wildkatze.info unter Mitmachen/Zweiter Wildkatzenlauf herunterladen.

In Hessen richtet am 7. Juni 2008 der BUND Kreisverband Waldeck-Frankenberg den Wildkatzenlauf in der Region Burgwald – Nationalpark Kellerwald aus. Läufer, Nordic-Walker und Wanderer können zwischen einer 12,5 und einer 20 Kilometer langen Strecke wählen. Für Kinder unter zwölf Jahren gibt es einen drei Kilometer langen Bambini-Lauf. Mit dem Sportereignis will der BUND die Aufmerksamkeit auf die Wildkatzenbestände im Kellerwald und dem Rothaargebirge lenken. Und auf die Notwendigkeit, beide Lebensräume durch bewaldete Korridore miteinander zu verbinden.
Ziel aller Strecken ist der idyllisch gelegene Sportplatz von Battenberg-Frohnhausen, von wo man die Aussicht auf den Burgwald geniessen kann. Dort erwartet die Gäste und Teilnehmer neben der Siegerehrung ein umfangreiches Abendprogramm.
Nähere Informationen und den Veranstaltungsflyer finden Sie auf der Internetseite des BUND Kreisverband Waldeck-Frankenberg unter www.bund-waldeck-frankenberg.de


"Verbinden, was zusammen gehört"

Am 20. Februar fand in Berlin die Tagung  „Verbinden was zusammen gehört – Wege aus der Zerschneidung von Lebensräumen“ statt. Auf der vom BUND, Deutschem Jagdschutzverband, NABU und der Schmidt–Stiftung für Umwelt und Verkehr ausgerichteten Veranstaltung stellten Experten aus Deutschland, der Schweiz, Österreich und den Niederlanden ihre Erfahrungen zur Diskussion. Im Ergebnis waren sich Experten und Naturschützer mit Blick auf Deutschland einig:
"Wirkungsvolle Konzepte liegen vor. Was wir jetzt brauchen, ist ein bundesweiter Umsetzungs- und Finanzierungsplan für den großräumigen Biotopverbund. Gleichzeitig müssen weitere Zerschneidungen verhindert werden", erklärten der BUND-Vorsitzende Professor Hubert Weiger sowie die Verbandspräsidenten Jochen Borchert (DJV) und Olaf Tschimpke (NABU). „Um diese Herkulesaufgabe zu stemmen, müssen Verkehrs- und Umweltministerien auf Bundes- und Landesebene gemeinsam anpacken - ohne weiteren Aufschub.“ Die Nachbarländer zeigen, was für den Erhalt der biologischen Vielfalt in diesem Bereich machbar ist. Noch ist Deutschland leider weit von einem „Nationalen Entschneidungsprogramm“, wie etwa in den Niederlanden, entfernt.


Wissenswertes zur Wildkatze: Aussehen

Felis silvestris sieht einer wildfarbenen Hauskatze sehr ähnlich, weshalb für das ungeschulte Auge eine große Verwechslungsgefahr besteht.
Die Europäische Wildkatze wirkt gedrungener und kräftiger als die Hauskatze, was zum Teil auch an ihrem langen Fell liegt, das sie gut vor Kälte schützt. Ihre Beine sind recht dick, ihr Kopf - v.a. beim Kater - ist wuchtig mit einer breiten Schnauze. Die Fellzeichnung ist verwaschener als bei der Hauskatze. Ihr buschiger Schwanz mit den dunklen Ringen und dem stumpfen, schwarzen Ende ist ein sehr charakteristisches Merkmal. Die Länge des Schwanzes beträgt - anders als bei der Hauskatze - mehr als 50% der Körperlänge.
Mit 83 - 97 cm bei den Männchen und 73 - 94 cm bei den Weibchen sind sie etwas größer als eine durchschnittliche Hauskatze. Die Kater (Kuder) wiegen 3,0 bis 6,5 kg und sind damit etwas schwerer als die Katzen mit ihren 2,3 bis 4,9 kg.
Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zwischen Haus- und Wildkatzen ist die Darmlänge. Während der Darm bei Wildkatzen nämlich maximal 170 cm lang wird, kann er bei Hauskatzen bis zu 250 cm lang sein.