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Der Kinderchor von der Grundschule Nessetal mit seinem kleinen Programm anlässlich des "Spatenstichs" für den Korridor Hainich-Thüringer Wald
Blick über den Kindel

Spatenstich am Korridor

Pflanzungen für Wildkatzenkorridor haben begonnen

Pressemitteilung vom 01.11.2007:

Mit den ersten Baumpflanzungen haben am 1. November 2007 die Arbeiten am größten Artenschutzprojekt Mitteleuropas begonnen. 

Die Vorsitzende des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Dr. Angelika Zahrnt, setzte gemeinsam mit Thüringens Umweltminister Dr. Volker Sklenar und den Förderern des Projektes, Dr. Volker Wachendörfer für die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) und Wolfgang Fremuth für die Zoologische Gesellschaft Frankfurt (ZGF), die ersten von ca. 20.000 Bäumen und Büschen, die den Nationalpark Hainich mit dem Thüringer Wald verbinden sollen. Ermöglicht wurden die Pflanzungen durch die Bündelung von Ausgleichsmaßnahmen, welche die DEGES für die Verlegung der Autobahn A 4 im Bereich der Hörselberge östlich von Eisenach erbringt.

Durch die Pflanzung werden Verbindungswege für waldbewohnende Tierarten wie die bedrohte Wildkatze zwischen dem Nationalpark Hainich und dem Naturpark Thüringer Wald geschaffen. Zumindest der erste Teil bis zu den Hörselbergen ist nun geschafft.

An der Fortsetzung des Korridors nach Süden, zum Naturpark Thüringer Wald, arbeitet der BUND bereits seit Monaten. Weitere grüne Korridore sollen folgen. Ziel des BUND ist ein deutschlandweites Netzwerk von insgesamt 20.000 km Länge. Unter anderem sollen der Harz über den Hainich und den Thüringer Wald mit dem Spessart und dem Bayerischen Wald verbunden werden. Nach Westen soll eine Verbindung bis zum Pfälzer Wald, zum Schwarzwald und in die Eifel geschaffen werden.

Der vom BUND eigens entwickelte Wildkatzenwegeplan zeigt die möglichen Verbindungen zwischen den Wäldern auf. Der Plan gibt verantwortlichen Planern in Ländern und Kommunen die Möglichkeit, Ausgleichsmaßnahmen und lokale Naturschutzprojekte in eine sinnvolle und abgestimmte Strategie zu integrieren.

Wir hoffen, dass viele Bundesländer dem thüringischen Beispiel folgen und zum Gelingen dieses ehrgeizigen Projektes beitragen werden. Immerhin ist die Vernetzung wichtiger Lebensräume sowohl in Deutschland als auch in Europa gesetzlich vorgeschrieben.

Erster Spatenstich am Wildkatzenkorridor (v.l.n.r.): Dr. Volker Wachendörfer, Dr. Angelika Zahrnt, Thomas Mölich, Ron Hoffmann, Dr. Volker Sklenar und Wolfgang Fremuth packen kräftig zu.
Erster Spatenstich am Wildkatzenkorridor (v.l.n.r.): Dr. Volker Wachendörfer, Dr. Angelika Zahrnt, Thomas Mölich, Ron Hoffmann, Dr. Volker Sklenar und Wolfgang Fremuth packen kräftig zu.