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Die Wildkatze

Wildkatzen sind keine davongelaufenen Hauskatzen. Sie wirken größer, sind kräftiger und tatsächlich wilder als unsere Stubentiger.

Foto: Herbert Grabe

Prähistorische Knochenfunde belegen, dass schon unsere steinzeitlichen Vorfahren Wildkatzen recht gut gekannt haben müssen. Wildkatzen wurden schon vor mehr als 300.000 Jahren gelegentlich von Jägern und Sammlern erbeutet. Heute ist die Wildkatze allerdings für die meisten Menschen ein unbekanntes Wesen. Dabei ist sie im Gegensatz zur Hauskatze, die vermutlich von den Römern aus Afrika mitgebracht wurde, eine echte Europäerin.
Von der Hauskatze unterscheidet sie sich - abgesehen von ihrer Herkunft und ihrem Verhalten - durch Merkmale, die aus größerer Distanz nicht immer eindeutig zu erkennen sind. Die drei wichtigsten Fellmerkmale sind nach neueren Untersuchungen der Universität Jena: Vier bis fünf parallele dunkle Streifen im Nackenbereich, Streifen auf den Schultern und mehrere deutlich abgesetzte dunkle Bänder am Schwanz.
Wildkatzen besitzen einen kürzeren Darm und ein im Verhältnis zur Schädellänge größeres Hirnvolumen als Hauskatzen. Diese Merkmale sind allerdings nur am toten Tier festzustellen.
Im Unterschied zu Hauskatzen bleiben selbst handaufgezogene Wildkatzen meist scheu und lassen sich nur selten zähmen.
(Text geringfügig verändert aus: Mölich & Klaus, 2003: "Die Wildkatze in Thüringen" - Sonderheft Landschaftspflege und Naturschutz in Thüringen)