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Der Nationalpark Hainich - ein bedeutender Wildkatzenlebensraum mitten in Deutschland. Foto: Thomas Stephan, Munderkingen

Verbreitungsgebiete

Vorkommen in Europa

Bis in das 20. Jahrhundert hinein waren Wildkatzen in vielen Wäldern Europas weit verbreitet. Hier haben sie sich entwickelt und Jahrtausende überlebt. Seit einigen Jahrzehnten befinden sie sich jedoch auf dem Rückzug.

Die heutigen Verbreitungsschwerpunkte liegen auf dem Balkan, der Iberischen Halbinsel, in Schottland, Italien, in Ostfrankreich bis Belgien und in Teilen West- und Mitteldeutschlands.

Aus diesem Verbreitungsmuster ergibt sich für Mitteldeutschland eine Schlüsselrolle als Bindeglied zwischen den Vorkommen in Ost- und Westeuropa.

Heutige Verbreitung der Europäischen Wildkatze (Felis silvestris). Quelle: Piechocki in Grabe/Worel (Hrsg.): Die Wildkatze: Zurück auf leisen Pfoten (2001)

Vorkommen in Deutschland

In Deutschland kommen Wildkatzen vor allem in der Mitte und im Südwesten vor:
ein Verbreitungszentrum umfasst die Vorkommen in Eifel, Hunsrück, Pfälzer Wald und Taunus, die vermutlich untereinander im Austausch stehen und Anschluss an die Bestände in Ostfrankreich und Belgien besitzen. Das zweite liegt im Harz, Teilen des Leine-Weserberglandes, Waldhessens und Waldgebieten Nordthüringens bis zum Hainich.
In Bayern, wo die Wildkatze als ausgestorben galt, lief bis 2009 ein Wiederansiedlungsprojekt mit Schwerpunkt im Spessart. Untersuchungen im Rettungsnetz Wildkatze mit Hilfe der Lockstockmethode haben gezeigt, dass außer im Spessart auch in der Rhön,in den Hassbergen und im Fichtelgebirge Wildkatzen wieder vorkommen.

Zur Zeit bekannte Verbreitung der Wildkatze in Deutschland

Karte nach Klar und anderen (2009) aus "Aktionsplan Wildkatze Deutschland":

"Gebiete sind als besiedelte Flächen gekennzeichnet, wenn es sich um traditionelle Wildkatzenvorkommen handelt, in denen Reproduktion nachgewiesen ist und aus denen mehrere sichere Nachweise vorliegen. Gebiete, aus denen sichere Einzelnachweise (Totfund / genetischer Nachweis) aus den letzten 10 Jahren vorliegen, sind durch Dreiecke / Sterne gekennzeichnet. In diesen Gebieten ist der Status der Population noch weitgehend unbekannt. Quellen: BUND BAWÜ mündl., Büttner et al. (2005), Denk (2009), Frobel & Thein (2009), FVA Freiburg mündl., Götz& Roth (2007), K. Hupe mündl., Liebelt (2007), Mölich & Klaus (2003), Datenbank NLWKN 2009, Datenbank Ökolog 2008, Pott  Dörfer & Dörfer (2007), F. Raimer mündl., P. Schiefenhövel mündl., Simon (2008), Thüringer Artenerfassungsprogramm (THKART) 2006"