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Erste Planungsskizze von Abschnitt 1 im "Korridor Hainich - Thüringer Wald"
Blick vom Nessetal auf die Hörselberge
Blick auf die größte Lücke im Lebensraumverbund. Die Skizze zeigt im Querschnitt wie es einmal werden soll.

KORRIDOR

In diesem Projektbereich des Rettungsnetz Wildkatze nimmt der Wildkatzenwegeplan in der Landschaft Gestalt an.

Im Mittelpunkt stand seit 2004 der Korridor Hainich - Thüringer Wald.

Seit Juli 2004 arbeitete der BUND gemeinsam mit Landesbehörden, Verbänden und Landnutzern daran, diese zwei faszinierenden Wälder in der Mitte Deutschlands wieder zu verknüpfen.

Im Herbst 2007 wurde mit der Pflanzung von 20.000 Büschen und Bäumen die größte Lücke zwischen den beiden Wäldern geschlossen.

Pressemitteilung vom 01.11.2007

Wie dieser Brückenschlag für die Wildkatze im Einzelnen gelang, beschreiben Thomas Mölich und Burkhard Vogel in einem gleichnamigen Artikel, der im DOWNLOADBEREICH verfügbar ist.

 

Spatenstich im November 2007 zwischen Melborn und Ettenhausen
Blick von Norden auf den inzwischen umgesetzten Lückenschluss zwischen Hainich und Hörselbergen. Das Bild zeigt den Korridor im ersten Jahr nach der Bepflanzung mit 20.000 Büschen und Bäumen.

Korridor

3000 Bäume auf neuen Korridorabschnitt gepflanzt

Seit dem ersten Novemberwochenende verbindet ein weiterer Waldkorridor-Abschnitt den Hainich mit dem Thüringer Wald. Dutzende freiwillige Helfer pflanzten bei Kälberfeld einen neuen Mischwaldstreifen. Ebenfalls verbunden sind jetzt ThüringenForst und BUND Thüringen, die im Rahmen der Pflanzaktion eine Kooperationsvereinbarung unterzeichneten. Damit wollen beide Institutionen ihre gemeinsamen waldökologischen Zielsetzungen bündeln, ohne eigenständige Positionen aufzugeben.
 
Möglich wurde die Korridorpflanzung durch ein vereinfachtes Flurbereinigungsverfahren des Amtes für Landentwicklung und Flurneuordnung (ALF) Gotha. Die Planungsexperten des Amtes erfüllten die Anforderungen von Landwirtschaft und Naturschutz zum gegenseitigen Nutzen. So entstehen neue Wege für die Landwirte und eigene Wege für die Wildkatze. „Damit wird nicht nur die Aufforstung von vier Hektar Mischwald möglich, es ist auch ein wichtiger Meilenstein für die Wiedervernetzung von Waldlebenslebensräumen“, so Henrik Harms, ThüringenForst-Vorstand. Der Wildkatzenkorridor, ein zentrales Anliegen des BUND Thüringen, bildet einen wichtigen Lückenschluss im bundesweiten Projekt „Rettungsnetz Wildkatze“.
 
Der Waldkorridor verbindet den Hainich mit dem Thüringer Wald. „Nicht nur die bedrohte Wildkatze, mittel- bis langfristig sollen auch viele andere heimische Tierarten auf Wanderschaft gehen können“, erläutert Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen. Rund 5000 junge Bäume, vorwiegend Buchen, Eichen und Ahorne werden den Wildkatzen künftig den Weg in ein neues Refugium weisen. Denn die scheuen Waldkatzen meiden freie Flächen wie Wiesen und Felder. Dutzende freiwillige Naturschutzhelfer kommen nach Kälberfeld, wo sie unter der Anleitung von Revierförstern und Forstwirten den neuen Mischwald entstehen lassen. Dass die Wildkatzen solche Korridore annehmen, konnte mit Genanalysen von Wildkatzenhaarproben bereits nachgewiesen werden.
 
Der Freiwilligeneinsatz wird im Rahmen des „Wildkatzensprung“-Projekts durchgeführt. Das BUND-Projekt „Wildkatzensprung” wird im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt des Bundesamts für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums gefördert. Unterstützung für die Korridorpflanzung kommt auch von der Firma "TMP Fenster + Türen" aus Bad Langensalza, die den Kauf von Pflanzen finanziell unterstützte und deren Auszubildende bei der Pflanzaktion tatkräftig mit anpackten.

 

 

Flug über den Wildkatzenkorridor Hainich - Thüringer Wald

In Zukunft können Wildkatzen aus dem Nationalpark Hainich ihre einstigen Lebensräume im Thüringer Wald wieder besiedeln. Von dort aus kann ihnen und vielen anderen Tierarten des Waldes auch der Sprung nach Sachsen und Tschechien gelingen.
Ein Beispiel, das Schule machen wird: Gemeinsam mit vielen Partnern erweitert der BUND das Rettungsnetz Schritt für Schritt über Ländergrenzen hinaus.

Inzwischen sind weitere Korridorprojekte dazu gekommen - werfen Sie hier einen Blick darauf:

Alle Korridorprojekte